Ein Weg zum Erfolg: Die eigenen Ziele kennen

Ohne die eigenen Ziele genau zu kennen, lässt sich eine Karriere nicht planen. Alexa Desch-Gerber erklärt, was ihre Schritte waren.

Erfolg ist Arbeit

In Medien lesen wir regelmäßig von beeindruckenden Erfolgstories, so dass der Eindruck entstehen kann, manche Menschen erreichten ihren Durchbruch scheinbar mühelos und vor allem sofort. Nur selber hat man oft das Gefühl, man müht sich ab, aber vergeblich. Warum klappt es bei anderen?

Das Dilemma: Es wird nur über die Erfolge berichtet, nicht aber über den Weg dorthin. Die Arbeit, die Erfolg kostet, wird oft vergessen. Ohne Fleiß kein Preis – das ist immer noch so. Was ich gelernt habe: Um Erfolg zu haben und die eigenen Ziele zu erreichen, muss man diese zuallererst kennen.

Wohin soll die Reise gehen?

Viele Frauen wissen oft nur eines ganz genau, nämlich: was sie alles nicht können! Diese Haltung müssen wir loslassen. Zudem driften viele dahin und schauen mal, wo es hingeht. Die wenigsten verfolgen ihre Ziele langfristig und hinterfragen, welche Bedürfnisse, Wünsche und Bilder dahinter stecken. Was will ich erreichen? Was ist wichtig für meine Zufriedenheit?

„Der Erfolg beginnt im Kopf“ beschwören viele Trainer aus dem Sportbereich und andere Motivationstrainer. Nur: Wie starten wir durch? Es gibt viele Modelle, die dabei helfen sollen, Ziele zu finden, wie etwa die SMART-Ziele: spezifisch, messbar, aktionsorientiert, realistisch und terminiert. Alles wunderbar in der Theorie, aber schwierig im Alltag. Jeder Alltag ist anders und für viele sind Dinge unmöglich, die für andere leicht umsetzbar sind. Daher müssen Ziele, ob klein oder groß, niedergeschrieben werden.

Ich schlage vier einfache Schritte vor:

Ziele träumen

Frag dich: Was würde ich am liebsten tun? Was ist mir wirklich wichtig? Mach dir klar, was du willst und formuliere es. Stelle dir dafür lebhaft und bildlich vor, wie es sein wird, dein Ziel zu erreichen und wie du dich dafür belohnst. Für mich ist ein sehr emotionaler Akt. Wenn das Ziel nicht mit den eigenen Sinnen verbunden ist, wie soll man sich da motivieren? Daher ist es wichtig, die Augen zu schließen und ein ganz genaues Bild im Kopf zu malen von der ganz eigenen Idealvorstellung. Diese Idealvorstellung und das damit verbundene Gefühl ist die Antriebskraft für jegliche Ziele, sei es privat wie auch beruflich.

Ziele analysieren

Was bedeuten meine Pläne genau, wie sind die Auswirkungen auf mich und mein Umfeld. Das muss ganz klar und eingängig sein, inklusive einer Deadline. Hier melden sich dann oft sofort Stimmen, die sagen: Das geht nicht aus den und den Gründen. Jetzt kommt der Wille ins Spiel, man darf sich nicht ablenken lassen. Am besten schreibst du alle Wenn und Aber auf ein anderes Blatt Papier. So werden die Dinge, die den Zielen entgegen stehen, kalkulierbarer und du kannst dich bewusst dafür entscheiden, die eigenen Wünsche und Träume erlebbar zu machen.

Zwischenziele setzen

Überlege genau, was die einzelnen Schritte (Zwischenziele) sind, um das große Ziel zu erreichen. Jeder Schritt muss aufgedröselt werden. So einfach wie sich klar definierte Ziele anhören, ist es leider nicht. Tatsächlich ist genau das eines der größten Irrtümer im Umgang mit ihnen.

Dranbleiben

Für mich ist der wichtigste Aspekt, nach der Zielsetzung. Durchhalten! Die Disziplin aufzubringen, die Dinge bis zum Ende durchzugehen. Eine Tätigkeit muss Freude machen, allerdings gibt es keine, die es ständig tut. Die Routine kommt immer und dann ist Konsequenz und Zielstrebigkeit gefragt. Ich setze Handlungen um, Teilschritte oder Zwischenziele, um ein größeres Ziel zu erreichen. Hier ist es mir oft passiert, dass gerade die Handlungen, die im Gegensatz zu denen von anderen Menschen stehen, mir den meisten Erfolg brachten. Zum Beispiel habe ich vor 15 Jahren in England studiert, was kaum ein anderer damals gemacht hat, und war mit 22 Jahren mit dem Studium fertig. Ich war meiner Zeit voraus, erst waren die Firmen skeptisch, weil ich zu jung war. Im Nachhinein hat es meinen weiteren Weg geebnet und war goldrichtig. Das Beispiel zeigt auch, dass eine weitere Komponente zur Zielerreichung wichtig ist: Geduld. Geduld braucht man, weil zum Erreichen eines Zieles oft viele Handlungen nötig sind, die Zeit benötigen.

Daher! Durchhalten, Ärmel hochkrempeln, eventuell modifizieren, weitermachen und an sich glauben! Wenn mal was nicht so läuft: Krönchen richten und aufstehen!

Mache dir einfach öfter bewusst, was du wirklich willst

Das Thema Ziele ist allumfassend und betrifft sämtliche Aspekte unseres Lebens. Mein Appell: Mache dir einfach öfter bewusst, was du wirklich willst. Ganz konkret zum Beispiel im Job. Vor einem Jahr hab ich den Reset-Button gedrückt und alles in Frage gestellt. Ich habe einen sicheren Job verlassen, um selbstständig durchzustarten. Es müssen nicht immer drastische Veränderungen sein, so wie bei mir. Es ist wichtig, seinen Weg bewusst zu gehen. Nicht unterzugehen oder auch nur mitzuschwimmen. Karriere ist individuell und bedeutet nicht gleich im Aufsichtsrat zu sitzen. Frag dich wieder, wohin die Reise hingehen soll, was du erreichen willst und warte nicht auf jemanden, der dich unterstützt! Nimm die Dinge selbst in die Hand!

Denn: Wer nicht weiß, wohin er geht, kommt nicht an.

– via editionf.com